
weidachsee
Fischen am Weidachsee — über 500 Jahre Tradition, fünf Minuten vor der Haustür
Der Weidachsee ist einer der ältesten dokumentierten Angelseen Tirols — und einer der wenigen, an denen ihr ohne Fischerprüfung an die Rute kommt. Was den See besonders macht, welche Fische es gibt und was Familien rund um den See sonst noch erleben können — ein Tag in Leutasch ab den Wilderer Chalets.
4. Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit
Manche Ausflüge brauchen keinen Anfahrtsweg. Der Weidachsee liegt mitten im Ortsteil Weidach, etwa fünf Minuten zu Fuß von den Wilderer Chalets entfernt — ein flacher, langgezogener Bergsee auf rund 1.100 Metern, eingerahmt von Wettersteingebirge und Karwendel. Was viele nicht wissen: Er ist einer der ältesten dokumentierten Angelseen Tirols. Im Fischereibuch Kaiser Maximilians I. von 1500 ist er erwähnt — als „die Seele in der Leutasch“. Und das ist er bis heute, auch wenn die meisten Besucher gar nicht wegen des Fischens kommen.

Was den Weidachsee zu einem besonderen Angelgewässer macht
Der Weidachsee ist kein Verbandsgewässer, sondern ein privat bewirtschaftetes Wasser. Betreiber ist die Leutascher Fischerei (Gebirgsforelle.at) mit eigener Fischzucht direkt im Tal. Das bedeutet zwei Dinge, die ihn von fast jedem anderen Tiroler Gewässer unterscheiden: Erstens braucht ihr hier keine Tiroler Fischerprüfung und keine Lizenz — die Tageskarte vor Ort ist die einzige Berechtigung, die ihr benötigt. Zweitens ist es ein klassisches Salmoniden-Gewässer ohne Hechte, Karpfen oder Aale: regelmäßig besetzt aus eigener Zucht, klares Wasser, ruhige Atmosphäre.
Welche Fische ihr fangen könnt
- Regenbogenforelle
- Bachforelle
- Seeforelle
- Bachsaibling
- Seesaibling
- Goldforelle
Sechs Arten, alle aus der Salmoniden-Familie. Wer auf Hecht oder Zander aus ist, ist hier falsch — wer einen Vormittag mit Forelle und Saibling verbringen möchte, ist genau richtig. Die Fische sind in guter Kondition, und die Wahrscheinlichkeit, mit leerem Eimer nach Hause zu fahren, ist überschaubar.
Praxis: Tageskarte, Ausrüstung, Steg
Die Tageskarte kauft ihr direkt vor Ort an der Fischrösterei am See — keine Voranmeldung nötig, keine Online-Buchung. Im Preis (rund 25 Euro) sind 2 kg Fang enthalten, jedes weitere Kilo wird zusätzlich abgerechnet. Wer nur Fliegenfischen will, hat ein eigenes Ticket. Werktags nachmittags ab 15 Uhr läuft das „freie Fischen“: ohne Eintritt, ihr zahlt nur, was ihr fangt. Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden, falls ihr ohne Rute angereist seid. Catch & Release ist hier nicht üblich — der See ist ein Bewirtschaftungsgewässer, gefangener Fisch wird mitgenommen oder direkt nebenan an der Fischrösterei zubereitet.
- Tageskarte: rund 25 Euro, inkl. 2 kg Fang — weitere Fische nach Gewicht
- Fliegenfischen-Ticket: ca. 30 Euro pro Session
- Freies Fischen werktags ab 15 Uhr: kein Eintritt, ihr zahlt nur den Fang
- Ausrüstungs-Verleih vor Ort möglich
- Saison: 1. April bis 31. Oktober, täglich 7 bis 19 Uhr
- Montag Ruhetag, außer Feiertage
- Eisfischen Januar bis März auf Anfrage
- Kinder unter 14 nur in Begleitung eines erwachsenen Anglers
- Keine Fischerprüfung, kein Fischerschein, keine Lizenz nötig
Der 400 Meter lange Holzsteg ist eine der charakteristischsten Stellen am See. Lange, gerade Wurfbahnen — gut für Einsteiger, gut für Familien, die ihre Kinder zum ersten Mal an die Rute lassen. Der Steg ist ausschließlich für zahlende Angler. Wer nur spazieren will, nutzt den Rundweg.
Mit Kindern am Weidachsee — was wirklich geht
Eine Sache vorab, die viele überrascht: Im Weidachsee ist Baden nicht erlaubt. Der See ist ein Fischgewässer, kein Badesee. Wer mit Kindern zum Schwimmen will, fährt ins Alpenbad Leutasch (drei Minuten Auto, Hallenbad und Außenbecken) oder zum Möserer See bei Seefeld. Dafür gibt es am Weidachsee viel anderes, was den Tag mit Kindern voll macht.
- Seerundweg, 3,8 km flach, ca. eine Stunde — kinderwagentauglich
- Beobachten am Steg: Forellen ziehen, Angler werfen, Fische werden gewogen — überraschend spannend für Kinder
- Fischrösterei mit Sonnenterrasse direkt am Wasser — gegrillter Saibling, Forellen-Burger, Hofladen
- 24-Stunden-Fischautomat: frischer und geräucherter Fisch, auch wenn die Rösterei zu hat
- Spielplatz Weidach (Weidach 320): drei Rutschen, Klettertürme, Korbschaukel, Federwippen, Holzhaus, schattige Bänke
- Erlebnisspielplatz an der Leutascher Ache zwischen Weidach und Unterweidach: Piratenschiff, Klettertunnel, Kletternetze, Sandkasten mit Sonnenschutz
- Hund erlaubt am Rundweg und auf der Terrasse der Fischrösterei (Leinenpflicht)
Pause an der Fischrösterei am See
Wer am Weidachsee etwas isst, isst Fisch — frisch, geräuchert, gegrillt oder als Forellen-Burger. Die Fischrösterei ist eine Selbstbedienungs-Cafeteria mit großer Sonnenterrasse direkt über dem See, dazu ein Hofladen mit ganzen Fischen, Filet und Räucherware aus eigener Zucht. Die heiße Küche läuft von zehn bis achtzehn Uhr, der Cafeteria-Bereich von sieben bis neunzehn. Montag Ruhetag, außer es ist Feiertag. Und für alle, die nach Hause fahren und am nächsten Morgen doch Lust auf frischen Fisch haben: Der 24-Stunden-Fischautomat am Eingang macht das ohne Öffnungszeiten möglich.
Wandern um den See — drei Punkte zum Anhalten
Der Rundweg ist 3,8 Kilometer lang, fast flach, und einer der wenigen Wanderwege im Tal, die wirklich kinderwagentauglich sind — auch im Frühling, sobald der Schnee weg ist. Etwa eine Stunde gemütlich, mit Kindern oder Hund deutlich länger. Drei Punkte sind erwähnenswert: die Holzbänke an der Westseite mit Blick auf den Wettersteinkamm, die kleinen Stege am Schilfgürtel, an denen Kinder gerne stehenbleiben, und die Fischrösterei selbst — als Start- oder Endpunkt der Runde.
Der älteste dokumentierte Fischsee in der Leutasch
Was die Region Seefeld auf ihrer Seite eher beiläufig erwähnt, ist eigentlich bemerkenswert: Der Weidachsee taucht im Fischereibuch Kaiser Maximilians I. auf, das um 1500 vom Innsbrucker Hofjagdschreiber Wolfgang Hohenleiter angelegt wurde. Dort steht der See als „die Seele in der Leutasch“ — über 520 Jahre dokumentierte Fischereitradition an einem Ort, der heute aussieht wie jedes andere Bergbinnengewässer. Wenn ihr also am Steg sitzt, werft ihr in einer Linie, die so alt ist wie die Tiroler Bergwirtschaft selbst.
Praktische Infos für euren Besuch
- Adresse: Am Weidachsee 289, 6105 Leutasch
- Höhe: rund 1.100 Meter — Wasser bleibt auch im Hochsommer kühl
- Größe: ca. 4,5 Hektar
- Parken: nicht direkt am See (für zahlende Angler reserviert) — nutzt P15 Musikpavillon Weidach, P21 oder P23, von dort wenige Minuten zu Fuß
- Eintritt: kostenlos für Spaziergänger, Tageskarte für Angler
- Öffnungszeiten Fischrösterei: täglich 7 bis 19 Uhr (heiße Küche 10 bis 18 Uhr), Montag Ruhetag außer Feiertag
- Hund: an der Leine, nicht ins Wasser, willkommen auf der Cafeteria-Terrasse
- Baden: nicht erlaubt — alternative für Kinder: Alpenbad Leutasch oder Möserer See
Von den Wilderer Chalets zum Weidachsee
Der Weidachsee ist der See vor unserer Haustür. Von den Wilderer Chalets in Weidach erreicht ihr den Steg in fünf bis zehn Minuten zu Fuß — ohne Auto, ohne Anfahrt, ohne Parkplatzsuche. Das macht ihn zum vielleicht praktischsten Tagesausflug, den dieses Tal anbietet: morgens eine Stunde mit Rute am Steg, mittags Forellen-Burger an der Cafeteria, nachmittags den Rundweg mit Kinderwagen oder Hund, abends auf der Chalet-Terrasse den Fisch grillen, den ihr selber gefangen oder am Hofladen mitgenommen habt. Es gibt nicht viele Orte, an denen das alles mit so wenig Aufwand zusammenkommt.
“Der Weidachsee ist nicht der spektakulärste See der Region — er ist der naheliegendste. Und genau das macht ihn aus. Ein Tag dort fühlt sich nicht nach Ausflug an, sondern nach Zuhause.”
— Wilderer Chalets Team
Wer auf den ersten Blick einen schönen Bergsee sucht, hat in Tirol viel Auswahl. Wer einen See sucht, an dem ohne Fischerprüfung gefischt, ohne Schwimmen ein ganzer Tag verbracht und am Abend frischer Fisch in der eigenen Küche zubereitet werden kann — der ist am Weidachsee. Fünfhundert Jahre Tradition, fünf Minuten von der Haustür.
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